Ängste und Angststörungen

Ängste gehören zum Leben, wie Gefühle überhaupt. Sie treten in den unterschiedlichsten Situationen und Zusammenhängen auf, weisen auf drohende Gefahren hin und haben damit eine wichtige Schutzfunktion für den Menschen.

Berichtet ein Patient über zunehmende Ängste, so gehört die Klärung der Frage, ob es sich um eine "Angststörung" oder eine "berechtigte Angst" handelt,  zu den allerersten und wichtigsten Maßnahmen. Denn der Blick kann verstellt sein dafür, dass eine aufkommende Angst auf eine tatsächlich bestehende Gefahr hinweisen könnte (z.B. auf das Entgleiten eines Lebenskonzeptes, eine schwelende Beziehungskrise etc..) oder, wie im Fall der Phobie, eine möglicherweise berechtigte Angst auf einen unbedeutend scheinenden Gegenstand verschoben sein könnte. Bei den Panikattacken treten Ängste in  verfremdeter Form am falschen Ort auf. Ihre ursprüngliche Bedeutung ist dadurch nicht direkt zu erkennen. Angst kann auch ein "Begleitsymptom" einer anderen Erkrankung (körperlich oder psychisch) sein, weshalb das Auftreten einer solchen Symptomatik eine umfangreiche medizinische und psychiatrische Abklärung notwendig macht.

In solchen Fällen einer eigentlich berechtigten Angst, wäre es kurzsichtig, diesen Affekt sofort zum (einzigen) "Symptom" zu erklären und entsprechend "symptomatisch" zu behandeln. Vielmehr muss geprüft werden, ob nicht z.B. die "Ahnungslosigkeit" des Patienten, woher seine Angst kommen könnte, das eigentliche Symptom darstellt und im Zentrum der weiteren Diagnostik und Therapie zu stehen hätte. Meist geht in der Praxis dann beides Hand ihn Hand und die konkrete Behandlung gestaltet sich dann eben "mehrdimensional" und vor allem möglichst "kausal", also auf die Ursache bezogen. Häufig sind allerdings Ängste und Panikattacken tatsächlich Störungen im eigentlichen Sinne des Wortes, z.B. ein angeborener Überschuss an Angst oder eine (möglicherweise durch biographische Faktoren mitbedingte) Irritation oder Fehlentwicklung im affektiven Bereich, die dann gezielt angegangen, mit kognitiven und übenden Verfahren sowie medikamentöser Unterstützung in Grenzen gehalten bzw. möglichst überwunden werden müssen. Ein effektives Training ist dann sehr wichtig, damit der Betroffene nicht stetig in seiner Lebensentfaltung behindert und im Verlauf invalidisiert wird.
Phobien

"Phobien" sind irrationale Ängste vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen, die sich durch Vermeidung des Auslösers kontrollieren lassen. Dem betreffenden Patienten ist meist bewusst, dass seine Ängste übertrieben sind. Ziel einer phobischen Reaktion können die unterschiedlichsten Dinge sein. Häufig ist die so genannte soziale Phobie, d. h. das Auftreten starker Ängste bis hin zur Panik in sozialen Situationen. Weitere bekannte Phobien sind die Flugangst, die Spinnenangst oder Spinnenphobie (siehe unten), die Platzangst und die Redeangst.

Phobien betreffen auch häufig das Aufhalten in großen Menschenmengen , das Einkaufen in großen Kaufhäusern, das Überqueren großer Plätze, das Autofahren, das Durchfahren von Tunneln, das Benutzen eines Aufzugs oder der U-Bahn (Metro), eines Busses oder Zuges.

Häufig ist die so genannte "Agoraphobie", die sich ursprünglich nur auf die Angst vor großen öffentlichen Plätzen bezog und heute aber andere typische Ängste mit einbezieht, so etwa generell die Angst vor anderen öffentlichen Situationen, wie das Aufhalten in Menschenmengen, Angst vor dem Busfahren, vor Reisen oder überhaupt vor dem Verlassen des Hauses oder des Wohnortes.

Es gibt eine Unzahl von möglichen Phobien. Phobische Reaktionen können sich auf alles und jedes richten. Bei ganz umschriebenen phobischen Ängsten nennt man dies eine spezifische Phobie. Im Folgenden sind einige bekanntere spezifische Phobien aufgelistet:  

Angst vor Katzen (Ailurophobie)

Angst vor Vögeln (Ornithophobie)

Angst vor Spinnen (Arachnophobie) 

Ängste vor engen Räumen (Klaustrophobie)

Ängste vor Blut (Hematophobie) 

Ängste vor großen Höhen (Bathophobie)

Angst vor dem Fliegen (Flugangst, Aviophobie)

Angst vor Krankheiten (z.B. Krebs)

Angst vor großen Menschenmengen (Demophobie, Ochlophobie) )

Angst vor großen Räumen, z. B. auch Angst in grossen Kaufhäusern

Angst vor dem Sprechen (Glossophobie)

Angst, in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen (Homilophobie)

Angst vor dem Auftreten der Angst ("Angst vor der Angst", Phobophobie)

Quelle: http://www.psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/angst/angst_ueberblick.php
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